12/01/2021

▪ Umsatzsteigerung von 3.4% in Lokalwährungen – Jahresumsatz von CHF 7.88 Milliarden (-2.9% CHF)
▪ Starkes Wachstum im vierten Quartal von 5.5% (organisch: 4.1%)
▪ Abschluss der Akquisition von Adeplast (Rumänien), Übernahme der Modern Waterproofing Group (Ägypten), Ausbau der Partnerschaft mit CiDRA Concrete Systems (USA)
▪ Aufbau neuer Fabriken in Kolumbien und China sowie Fabrikerweiterungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Frankreich und der Schweiz
▪ Sika erwartet für 2020 eine überproportionale EBIT-Steigerung und eine EBIT-Marge von rund 14%
▪ Bestätigung der strategischen Ziele 2023 für nachhaltiges, profitables Wachstum

Das Jahr 2020 war von tiefgreifenden Herausforderungen geprägt, die sich weltweit durch COVID-19 gestellt haben. Aus den zum Teil lang anhaltenden Lockdowns in den meisten der hundert Länder, in denen Sika aktiv ist, resultierte eine stark eingeschränkte Bautätigkeit. Dank der starken Marktstellung und der schnellen und gezielten Implementierung von Massnahmen konnte Sika trotz der starken Auswirkungen der globalen Pandemie solide Umsatzzahlen generieren. Der Wachstumskurs wurde mit einer Umsatzsteigerung von 3.4% in Lokalwährungen fortgesetzt. Der Akquisitionseffekt belief sich auf 7.2% und hat entsprechend zur Umsatzsteigerung beigetragen. Ein starker negativer Währungseffekt von -6.3% führte zu einem Umsatzrückgang in Schweizer Franken von -2.9% auf CHF 7.88 Milliarden, was einen negativen Währungseinfluss von rund CHF 500 Millionen beinhaltet. Betrachtet man das vierte Quartal isoliert, konnte Sika ein starkes Wachstum in Lokalwährungen von 5.5% erzielen (organisch: 4.1%).

Paul Schuler, CEO
"Das Geschäftsjahr 2020 war von der weltweiten Corona-Pandemie geprägt mit zum Teil gravierenden Auswirkungen auf den Bau- und Automotive-Sektor. Dank des hohen Leistungswillens unserer Mitarbeitenden und der starken Kundenfokussierung ist es Sika in diesem überaus herausfordernden Marktumfeld gelungen, sich erfolgreich zu behaupten und überdurchschnittliche Ergebnisse zu liefern. Wir sind in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld sehr gut aufgestellt – dies verdanken wir unseren innovativen Produkten und Lösungen sowie unseren Mitarbeitenden, die auch in einer solchen Zeit zu Höchstleistungen fähig sind. Im Namen der Konzernleitung danke ich den weltweit 25’000 Mitarbeitenden für ihr grosses Engagement und ihre Identifikation mit unserem Unternehmen." Paul Schuler, Vorsitzender der Konzernleitung

Weitere Marktanteilgewinne in allen Regionen

In einem durch diverse temporäre Lockdowns geprägten Umfeld ist Sika in allen Regionen stärker gewachsen als der Markt. Ausserdem konnte das Distributionsgeschäft in allen Regionen stark zulegen. 

Die Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) erzielte im Jahr 2020 eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 4.4% (Vorjahr: 11.5%). Vor allem im vierten Quartal zeichnete sich eine starke Verbesserung in den Märkten ab. Von der grössten Erholung profitierten die Länder Südeuropas mit Italien, Spanien, Portugal und Frankreich sowie die Länder Osteuropas, Skandinaviens, des Nahen Ostens und Afrikas. Stabiler entwickelten sich die Umsätze in den mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Geschäftsverlauf in Grossbritannien ist weiterhin negativ von der Pandemie geprägt.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat Sika in ihrem Hauptwerk in Gournay-en-Bray nordwestlich von Paris die Herstellung von Additiven für Spritzbeton, der im Tunnelbau verwendet wird, aufgenommen und in neue Anlagen investiert. Auch in der Schweiz hat Sika die Produktion erweitert und stellt am Standort Düdingen eine neue, leistungsstarke, langlebige und umweltfreundliche Polyurethantechnologie her. In Sarnen wurde zum Jahresbeginn eine neue Anlage zur Herstellung der Bauwerksabdichtungsmembrane SikaProof® in Betrieb genommen. In Dubai wurde die Produktionskapazität in den Vereinigten Arabischen Emiraten weiter ausgebaut. Lokal produziert werden nun neben Betonzusatzmitteln auch Epoxidharze für den Target Market Flooring.

Darüber hinaus wurde im Berichtsjahr dank der Akquisition der Modern Waterproofing Group ein führender ägyptischer Hersteller von Abdichtungssystemen für Bauwerke und Dächer übernommen. Mit dem Abschluss der Übernahme von Adeplast SA stiess ausserdem ein renommierter Hersteller von Mörtelprodukten und Wärmedämmlösungen in Rumänien zum Konzern hinzu. Die Akquisitionen bauen Sikas Position in den lokalen Bauchemie-Märkten deutlich aus und erweitert die Produktionskapazitäten.

Die Region Americas erzielte ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 1.0% (Vorjahr: 19.3%). Trotz der hohen COVID-19-Infektionsraten in Mexiko, Brasilien und den USA verzeichnete Sika für die Region Americas im vierten Quartal wieder einen Aufwärtstrend. Viele Grossstädte in Nordamerika sind zwar weiterhin von der Pandemie betroffen und Bauprojekte sind verlangsamt, in Lateinamerika hat sich jedoch die Situation deutlich verbessert. Viele Länder wie Brasilien, Chile, Peru oder Uruguay haben sich von den langen, mehrmonatigen Lockdowns erholt oder wachsen wieder zweistellig.

Als Grundlage für weiteres Wachstum hat Sika im Berichtszeitraum in die Produktion von Betonzusatzmitteln, Flüssigmembranen auf Acrylbasis und Mörteln in Barranquilla investiert, der viertgrössten Stadt Kolumbiens. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit CiDRA Concrete Systems Inc. mit Firmensitz in Eden Prairie, Minnesota, erweitert und ergänzend zu der bestehenden globalen Partnerschaft eine Vereinbarung für eine Wachstumsfinanzierung unterzeichnet. CiDRA ist spezialisiert auf digitale IoT-basierte Systeme zur Überwachung der Betoneigenschaften während des Transports.

Das Wachstum in der Region Asien/Pazifik belief sich auf 12.6% (Vorjahr: 35.1%). Vor allem China konnte in den letzten Monaten mit zweistelligen organischen Zuwachsraten deutlich zulegen, und die meisten Zielmärkte sind wieder auf klarem Wachstumskurs. Als überaus krisenresistent erwies sich das ehemalige Parex-Geschäft, das in den verschiedenen Distributionskanälen starkes Wachstum generierte. Auch das Projektgeschäft in China verzeichnete mit Infrastrukturaufträgen erneut zweistellige Zuwachsraten. Ferner konnten Australien und Neuseeland zum positiven Geschäftsverlauf in der Region beitragen. Dagegen erholten sich Länder wie Indien oder auch die Region Südostasien nur langsam von den starken Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Mit der Inbetriebnahme einer neuen Fabrik in Chengdu hat Sika im stark wachsenden Mörtelmarkt Chinas die Kapazitäten weiter ausgebaut. 

Global Business erzielte im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von -11.2% (Vorjahr: 3.0%). Die Automobilindustrie verzeichnete in diesem Zeitraum einen Rückgang der weltweiten Produktionsrate von -17%. Obwohl sich die Volumen im Automobilbereich im zweiten Halbjahr vor allem in Europa deutlich erholten, ist von einem längeren Zeitraum auszugehen, bis die Absatzzahlen der Automobilindustrie erneut das Niveau von 2019 erreichen werden. Im aktuellen Jahr ist aber wieder mit positiven Wachstumszahlen zu rechnen.

Trotz des Corona-bedingten Rückgangs der Verkaufszahlen im Krisenjahr 2020, ist Sika davon überzeugt, dass die Megatrends im modernen Fahrzeugbau, wie die E-Mobilität, weitere, neue Antriebskonzepte, sowie der Trend zu Leichtbauweise, dem Konzern helfen werden, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen und langfristiges profitables Wachstum zu generieren. So ist beispielsweise das Wärmemanagement in modernen Batteriesystemen in Elektrofahrzeugen zentral für den Paradigmenwechsel hin zu neuen Antriebssystemen. Sika ist mit ihren Lösungen führend und ermöglicht den Wandel in Richtung nachhaltige Mobilität.

 

Ausblick

Trotz der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die operativen Geschäftsergebnisse bestätigt Sika die strategischen Ziele 2023. Das Unternehmen bleibt weiterhin auf langfristigen Erfolg und profitables Wachstum ausgerichtet. Mit dem Fokus auf die sechs Eckpfeiler – Marktdurchdringung, Innovation, operative Effizienz, Akquisitionen, starke Unternehmenswerte und Nachhaltigkeit – will Sika bis 2023 jährlich um 6%–8% in Lokalwährungen wachsen. Ab 2021 strebt das Unternehmen die Steigerung seiner EBIT-Marge auf 15%–18% an. Projekte in den Bereichen Operations, Logistik, Beschaffung und Produktformulierungen sollen zu einer Verbesserung der Betriebskosten von jährlich 0.5% des Umsatzes beitragen. 

Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet Sika eine überproportionale EBIT-Steigerung und eine EBIT-Marge von rund 14%. 

Termine

Bilanzmedienkonferenz Resultat 2020 Freitag, 19. Februar 2021
Umsatz erstes Quartal 2021 Dienstag, 20. April 2021
53. Ordentliche Generalversammlung Dienstag, 20. April 2021
Halbjahresbericht 2021 Donnerstag, 22. Juli 2021
Resultat neun Monate 2021 Freitag, 22. Oktober 2021
Umsatz 2021 Dienstag, 11. Januar 2022