Anforderungen wasserdichter Betonbauten

Dichtigkeitsklassen (nach SIA 270)

Dichtigkeitsklasse 1
Anforderung: Vollständig trocken

Keine Feuchtstellen an den trockenseitigen Bauwerksoberflächen zugelassen. Typische Beispiele: Wohn- und Arbeitsräume, Archive, Lagerhallen für empfindliche Güter, Computerräume.

Dichtigkeitsklasse 2
Anforderung: Trocken bis leicht feucht

Einzelne Feuchtstellen zugelassen. Kein tropfendes Wasser an trockenseitiger Bauwerksoberfläche zugelassen. Typische Beispiele: Lagerhallen für Güter, welche nicht feuchteempfindlich sind, Heizungs-und Kellerräume.

Dichtigkeitsklasse 3
Anforderung: Feucht

Örtlich begrenzte Feuchtstellen und einzelne Tropfstellen an der trockenseitigen Bauwerksoberfläche zugelassen. Typische Beispiele: Räume mit untergeordneter Nutzung. Wände von Tiefgaragen.

Dichtigkeitsklass 4
Anforderung: Feucht bis nass

Feucht- und Tropfstellen zugelassen. Typische Beispiele: Räume mit untergeordneter Nutzung. Wände von Einstellhallen.

Anforderungen wasserdichte Betonbauten - Beton Praxis

Schalung

Schalungsstösse und -ecken müssen dicht sein, um das Auslaufen von Zementleim zu verhindern. Zur Gewährleistung einer dichten und lunkernfreien Oberfläche, ist die Wahl des geeigneten Schalungstyps und -materials und das Verwenden von Schalungstrennmittel Sika Separol von grosser Bedeutung. Das Lösen und Entfernen von Schalungen sollte ohne Schock und Vibration erfolgen. Empfohlene Minimal-Ausschalungszeiten sind einzuhalten.

Fugen und Etappen

Wird fugenlos betoniert, dürfen Etappen in horizontalen Flächen 600 m2 nicht überschreiten und müssen ein möglichst quadratisches Mass aufweisen. Seitenverhältnisse von grösser als 1:3 sind zu vermeiden.

Die Grösse der Betonetappe hängt von verschiedenen Parametern ab (Statik, Abmessungen, Bauablauf, etc.). Ein empfohlener Richtwert für die Etappenlänge ist 6 – 8 m. Bei Absätzen und Vertiefungen ist das Schwinden in horizontaler und vertikaler Richtung behindert. Durch einen Fugeneinbau kann einer allfälligen Rissneigung vorgebeugt werden.

Bewehrungskonzept

Im wasserdichten Betonbau sind das Bewehrungskonzept und die Befestigung von Bewehrungsstählen noch wichtiger als im konventionellen Betonbau. Dies um folgende, potenzielle Schäden auf ein absolutes Minimum zu reduzieren:

  • Rissbildung infolge falscher Bewehrung
  • Ungenügende Betonüberdeckung, die zu Rissbildung führt, was die Korrosion beschleunigt
  • Behinderung des Abdichtungssystems durch Armierungsstähle
  • Ungenügende Verdichtung des Betons infolge zu dichter Armierung, was zu Hohlräumen und Kiesnestern führen kann