2022
Saas Fee

Sanfte Tunnel-Renovation

Grosse Instandsetzungsprojekte in Bergregionen stellen besonders grosse Anforderungen an Menschen und Technik. Die Sanierung des Zugangsstollens und der unterirdischen Talstation der Metro Alpin SaasFee auf knapp 3'000 m Höhe bildet hier keine Ausnahme. Die Sika Schweiz AG war mit technischer Fachberatung und Zulieferung von qualitativ hochwertigen Abdichtungsmaterialien federführend am Bauprojekt beteiligt.

Projektbeschrieb

Vom Wintersportort Saas-Fee im Wallis aus schweben die Luftseilbahn Alpin Express und die Panorama-Felskinnbahn bis an die Gletscherzungen auf Felskinn (3'000 m). Von dort fährt die Metro Alpin, die welthöchste unterirdische Standseilbahn, zum Mittelallalin auf 3'500 m. Dort sind die höchsten
Berge der Alpen zum Greifen nah.

Ski- und Bergtouristen gelangen ab der Mittelstation Felskinüber einen ca. 50 m langen Stollen weiter zur Talstation der Metro Alpin. Bei dem im Jahr 1984 gebauten Stollen sowie  auch der unterirdischen Metro Alpin Talstation drang zunehmend Wasser ein, was dazu führte, dass sich der Spritzbeton wie auch Felsteile lösten und herunterfielen. Die Sicherheit der Ski -und Bergtouristen war somit nicht mehr gewährleistet.

Um den Saisonstart im Winter 2021 nicht zu verzögern, musste die Sanierung von Stollen und Talstation innerhalb von drei Monaten beendet sein. Für den planmässigen Ablauf des Sanierungsprojekts wurden daher diverse Varianten ausgearbeitet. Nach einigen Sitzungen von Bauherrschaft, Planer, Fachberater und ausführender Firma entschied man sich für eine sanfte Renovation. Diese wurde so umgesetzt, dass kein Wasser mehr in den Stollen und die Talstation Mittelstation eindringen und kein Spritzbeton bzw. Felsen herunterfallen kann.

Im Verlauf des Projekts wurden lose Teile im Zugangsstollen sowie auch in der unterirdischen Metro Alpin Talstation markiert und entfernt. Anschliessend wurde der Fels mit einem Kohlefasergitter überspannt, mit Felsanker befestigt und mit Spritzbeton gesichert.

Im Verbindungsstollen Felskinn auf 3'000 m üM. wurde zugleich auf der ganzen Länge ein Teil der Sohle entfernt und eine Entwässerung verlegt, die mit der Drainage und Abdichtung angeschlossen wurde. Anstatt die ganze Sohlendicke mit Beton aufzufüllen, wurde eine Aussparung für ein Rollband für den Personentransport ausgebildet. Der Weg der Skitouristen von den beiden Zubringer-Anlagen Alpin Express und der Pendelbahn Felskinn zum Eingang der unterirdischen Standseilbahn Metro-Alpin wird nun mit einem 76.5 m langen Förderband bequem erleichtert. Dieses wird von der Mittelstation der Standseilbahn überwacht.

Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten am Bauvorhaben, konnte das Projekt bis zum Saisonstart Mitte August 2021 abgeschlossen und dem Bauherrn übergeben werden.

ANFORDERUNGEN

Eine Herausforderung neben dem Zeitfaktor war die beschränkte Kapazität für den Transport der Materialien für die Sanierung des Zugangsstollens und der unterirdischen Talstation der Metro Alpin sowie der Abtransport von Schutt wurden mit der Luftseilbahn Felskinn realisiert.

Gelände und meteorologische Verhältnisse haben auf Felskinn in knapp 3'000 m Höhe einen ausgesprochen hochalpinen Charakter – mit sehr hohen Anforderungen an Bauvorhaben, Instandhaltung und Sanierungsprojekte.

SIKA LÖSUNGEN

Auf den Untergrund der Wandoberflächen im Stollen und der Talstation wurden ca. 280 t Spritzbeton Sika® Rock Gunit BE-8 aufgebracht. Der Spritzbeton wurde auf der Baustelle mit PP Fasern, Sika® Fiber Force-60 angereichert; gespritzt wurde mit Aliva Rotor Maschinen, AL-257, AL-267, und AL-252.

SikaFiber® Force-60 ist eine Makro-Polymerfaser für tragende Zwecke in Beton und Spritzbeton, welche die Festbetoneigenschaften verbessert: Erhöht wird die Energieaufnahme bei Spritzbeton sowie die Nachrisszugfestigkeit, insbesondere bei grossen Rissöffnungen. Der Spritzbeton hat zudem eine erhöhte Dauerhaftigkeit durch hohe chemische Beständigkeit.

Die Drainage- und zugleich Schutzlage für Kunststoffdichtungsbahnen besteht aus einem dreidimensionalen Entwässerungskern mit einseitig fest aufgebrachtem Geotextilgewebe.

Als sichtbare Abdichtung und Tropfwasserschutz wurde Sikaplan® VG-18, eine 1,8 mm starke, mehrschichtige Kunststoffabdichtungsbahn, basierend auf Polyvinylchlorid (PVC) mit innenliegendem Polyestergewebe verwendet. Die UVbeständige PVC-Abdichtung ist selbstverlöschend und weist die Brandklasse 5.2 BKZ auf.

Des Weiteren wurde mit Sikaplan® Walkway-20 eine zusätzliche UV-beständige Gehwegbahn auf Basis von Polyvinylchlorid (PVC) als Schutzlage bis auf eine Höhe von ca. 2.50 m verlegt.

Die Durchdringungen wurden mit Sikaplan® WP Trumpet Flansch abgedichtet. Das trompetenförmige Flanschformteil aus PVC-P mit runder Grundplatte dient für den Abdichtungsanschluss von Anker und Gewindestangen.

Die dichten An- und Abschlüsse wurden mit Sikaplan® WPTape 200 und Sikadur® Combiflex CF Kleber, einem 2-komponentigen,thixotropen Epoxidharzkleber umgesetzt. Sikaplan®WP Tape-200 ist ein streifenförmiges Abschluss- und Abschottungsbandaus PVC-P mit sehr guten Hafteigenschaftenzu Sikadur® Epoxidharzklebern auf festen Betonflächen.

Das heissluftverschweissbare Band ist sehr kälteflexibel undbesitzt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchung und Wasser im Tunnelbau.

 

 

Am Bau Beteiligte

Bauherr:
Saastal Bergbahnen AG

Planer Ingenieurarbeiten:
Alp Bauingenieure AG
Rinaldo Andenmatten

Baumeister:
ARGE Metro Stollen, Schmid Bautech AG und Walpen AG

Abdichtungsarbeiten: Renesco AG, Schönbühl

Materiallieferant:
Sika Schweiz AG

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