1976–1979 wurde die erste Grosskabinenbahn im Wallis von der Talstation Trockener Steg auf das Klein Matterhorn mit über 3'820 MüM gebaut. Eine Pionierleistung. Ausgeführt wurden die Arbeiten damals von der Bauunternehmung Ulrich Imboden AG, einem Familienbetrieb, der heute von Oli Imboden geführt wird. Schon damals pflegten die beiden Firmen Imboden und Sika eine intensive Partnerschaft und gute Zusammenarbeit.

Transport per Helikopter

Für die hochalpine Station wurde der Beton damals in einer Betonanlage auf der Talstation Trockener Steg hergestellt. Das Rohmaterial konnte aus dem Gletschersee Schweigmatten gewonnen und zu Mischkies aufbereitet werden. Der Zement wurde mit Silolastwagen nach Zermatt transportiert, in kleineren Silos umgeschlagen und mit den Bahnen bis auf Trockener Steg transportiert. Die Sika Zusatzmittel, die vor 40 Jahren zur Anwendung kamen, waren Sikament®-300 im Sommer und Friolite® OC im Winter. Der Transport erfolgte in Sika Fässern ebenfalls wie der Zement zur Herstellung des Betons. Die gleichen Fässer übrigens, wie sie noch heute überall auf Baustellen zu finden sind.

Der Beton für die Masten und die Bergstation wurde in isolierten 250 Liter Betonkesseln per Helikopter transportiert. Tagesleistungen bis zu 100 m3 Betoneinbau waren keine Seltenheit. Im Schnitt waren bis zu 5 Helis pro Tag im Einsatz. Eine spezielle Herausforderung war der Bau des Gipfelliftes auf dem Klein Matterhorn mit einer Schachttiefe von 73 Metern. Der Schacht wurde von oben nach unten durch einen mit Sikament® vergüteten Beton erstellt. Der Transport erfolgte durch ein 20 cm grosses PE-Rohr. Bereits damals wurden sämtliche Spezialund Abdichtungsarbeiten durch die Sika Bau AG in Steg ausgeführt.

Zusatzmittel der neuen Generation

Vor 5 Jahren war der Spatenstich zur neuen und super modernen 3 S-Bahn von Trockener Steg auf das Klein Matterhorn, die seit 2 Jahren erfolgreich in Betrieb ist. Auch dieses Mal wurde auf Trockener Steg eine Betonanlage aufgebaut, die mit Sika Zusatzmitteln ausgerüstet wurde. Als Dosier- und Laborcontainer neben der Betonanlage diente ein knallgelber Sika Container. Dieser wurde durch unseren Geräteservice komplett gedämmt, um die Zusatzmittel vor der Kälte zu schützen. Die Sika Zusatzmittel der neuen Generation welche zum Einsatz kamen waren Sika® Frostschutz und Sika® ViscoCrete® SB. Für die verschiedenen Mastenfundamente wurden über 2000 m3 Beton verbaut. Weitere 3000 m3 für die Tal- und Bergstation. Die neue Bergstation wird direkt an die Bestehende angebaut, so dass beide zu einem Gebäude verschmelzen.

Aktuell ist die SikaBau AG Steg mit den Abdichtungs- und Spezialarbeiten in der Empfangshalle auf dem Klein Matterhorn beschäftigt. In einer Rekordhöhe von ca. 3800 MüM werden hochreaktive Flüssigkunststoffe zur Abdichtung gespritzt.

Zermatt investiert weiter in die Bahninfrastruktur

Bereits ist eine neue Bahn vom Klein Matterhorn hinunter auf die Testa Grigia im Bau. Die Eröffnung ist auf Weihnachten 2021 geplant. Mit dieser Bahn wird die höchstgelegene, internationale Alpenarena im Hochgebirge Realität. Weitere Fortsetzungsprojekte sind nach Italien ins Monte Rosa Gebiet geplant. Dieser Zusammenschluss ergäbe dann das grösste Skigebiet der Welt.

Die Bahn wurde mit ca. 30 Millionen Franken budgetiert. Erstellt wird sie vom eingespielten Konsortium Cervino, bestehend aus Ulrich Imboden AG und Cogeis SPA, wobei die Ulrich Imboden AG die Federführung inne hat.

Diese neue Dreiseilumlaufbahn vereint die Vorteile einer Pendelbahn mit denen einer normalen kuppelbaren Einseil-Kabinenumlaufbahn. Zwischen der Talstation auf der Testa Grigia und der Bergstation auf dem Klein Matterhorn, überwindet die 3 S-Bahn eine Strecke von rund 1.6 km. Da diese Strecke vergleichsmässig kurz ist, sind keine Stützen nötig. Wie bei der bestehenden 3 S-Bahn auf das Klein Matterhorn werden auch hier “Crystal ride Kabinen” unterwegs sein, die dank einem Blick durch den Glasboden ein einzigartiges Erlebnis ermöglichen.

Holz als Bauelement

Am bekannten Konzept der kristallinen Form und der Konstruktion aus Holz hält man fest. An der Fassade wird eine Fotovoltaikanlage montiert. Unmittelbar an der italienischen Grenze, auf der Testa Grigia, entsteht die Talstation der neuen Bahn, ebenfalls mit einer Holzverkleidung. Zeitgleich wird im Rahmen eines Architektenwettbewerbs angestrebt, den Gipfel der Testa Grigia und die bestehenden Gebäude neu zu gestalten und besser in die Landschaft zu integrieren.

Start der Bauarbeiten erfolgt

Noch lange vor der Schneeschmelze waren die Arbeiter der Gasser Felstechnik AG dabei, die Plattform für die künftige Bergstation auszuheben und diese mit Schutznetzen vor Steinschlag und Schneerutschungen zu sichern. Aktuell ist die ARGE Cervino mit dem Dachriegel beschäftigt. Zudem werden Baustellenzugänge und Gerüste erstellt. Nächstens wird der Kommandoraum in Angriff genommen. Die Arbeiten der ausführenden ARGE an der Talstation auf der Testa Grigia begannen diesen Mai. Hier wurde Schnee geräumt und der Installationsplatz erstellt. Anschliessend folgte die Baugrubensicherung in enger Begleitung mit Geologe und Ingenieur. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis in den späten Herbst.