Der Gotthard-Basistunnel ist ein weiterer Meilenstein einer langen und bewegten Geschichte des Gotthards, die einst mit Postkustschen begann. 

1830 – DIE ERSTEN POSTKUTSCHEN

Nach der Eröffnung der neuen Strasse 1830 verkehrte dreimal wöchentlich ein Kurswagen zwischen Flüelen und Chiasso. Zum Einsatz kamen kleine  Einspännerkutschen mit zwei bis drei Plätzen. Die grosse Zeit der Gotthardpost begann jedoch erst 1842, als täglich ein fünfspänniger, zehnplätziger Wagen in beiden Richtungen fuhr. Die Fahrt von Como nach Flüelen dauerte knappe 23 Stunden.

1882 – ERÖFFNUNG DER GOTTHARDBAHN

Der Scheiteltunnel der Gotthardbahn war mit seinen 15 Kilometern der längste Tunnel der Welt. Die Postsendungen wurdenbereits ab 1881 durch den im Rohbau fertigen Tunnel transportiert.Damit gehörten die beschwerlichen und gefährlichenFahrten über den Pass der Vergangenheit an.

1918 – ELEKTRIFIZIERUNG DES EISENBAHNTUNNELS

Der Verwaltungsrat der SBB beschloss am 16. Februar 1916 die Elektrifizierung der Gotthardbahn von Erstfeld bis Bellinzona. Die grossen Probleme bei der Kohlenbeschaffung während des ersten Weltkrieges drängten auf eine rasche Verwirklichung der Pläne. Zudem sind elektrische Triebfahrzeuge bedeutend leistungsfähiger als thermische, was zu einer Erhöhung der Reisegeschwindigkeit führt. Ab 1918 wurde die Elektrifizierung planmässig ausgeführt, sodass am 12. Dezember 1920 der gesamte Abschnitt Erstfeld-Biasca eröffnet werden konnte.

1922 – ERSTE PASSÜBERQUERUNG MIT DEM POSTAUTO

Bereits 1895 soll ein erstes Automobil den Gotthardpass erreicht haben. 1921 fuhr zum letzten Mal eine Pferdepostkutsche über den Gotthard. Im darauffolgenden Jahr verkehrte bereits der Car alpin, das erste Postauto.

1980 – ERÖFFNUNG DES STRASSENTUNNELS

Der nächste Rekord gehört dem 16.9 Kilometer langen Strassentunnel, der 1980 eingeweiht wurde und viele Jahre der längste der Welt blieb. Damit gab es auch für den Postautoverkehr zwischen Uri und dem Tessin eine schnelle und wintersichere Verbindung.

2016 – ERÖFFNUNG DES GOTTHARD-BASISTUNNELS

Das nächste Jahrhundertbauwerk am Gotthard: Dank dem Basistunnel brausen Hochgeschwindigkeitszüge künftig mit bis zu 250 Kilometern pro Stunde durch das Alpenmassiv. Der Tunnel wurde aber hauptsächlich für die Güterzüge gebaut. Bis zu fünf Güterzüge pro Stunde und Richtung sind vorgesehen, darunter voraussichtlich auch je zwei Paketzüge und der Briefpostzug. Sie verkehren täglich zwischen Härkingen und Cadenazzo. Ihre Fahrzeit reduziert sich um über 45 Minuten. Aber auch künftig fährt die Post noch über den Gotthard – mit dem Postauto.