Weisse Wanne - Systemlösung

Die sogenannte Weisse Wanne, eine Systemlösung, die bereits seit vielen Jahrzehnten vor allem in Mitteleuropa Anwendung fi ndet. Neben wasserundurchlässigem Beton umfasst dieses System die Planung, den Entwurf und sämtliche weitere Baumassnahmen vor Ort, die zur Gewährleistung wasserdichter Konstruktionen zu treffen sind. Der Hauptaspekt bei der Umsetzung dieses Ziels ist die laufende Überprüfung von Rissbildungen. Dazu müssen mögliche Risse im Beton äusserst fein und weit verstreut sein, und es dürfen keine Trennrisse durch die gesamte Struktur verlaufen, durch die Wasser eindringen könnte. Verschiedene Normen für die Konstruktion von Weissen Wannen schreiben eine maximale Breite eines einzelnen Risses von ≤ 0,2 mm vor. Wichtige Aspekte im Hinblick auf Rissbildungen:

Rezeptur der Betonmischung:

Eine optimale Korngrössenverteilung und ein optimaler (tiefer) Wasserzementwert, die Auswahl eines geeigneten Zementtyps, eine verbesserte Rheologie und die Verwendung von verschiedenen Betonzusatzmitteln wie Schwindreduzierern, Dichtungsmitteln, Fliessmitteln usw. halten die Rissbildung im Beton in Grenzen.

Betonstärke:

Eine homogene, unveränderte Stärke des Betons mindert lokale Belastungspunkte. Eine Mindeststärke des Betons von ≥ 250 mm für Wände und Bodenplatten hat sich bewährt.

Sorte und Menge der Stahlbewehrung:

Dies ist der wichtigste beim Entwurf zu beachtende Aspekt zur Verminderung der Rissbildung. Die Menge der Stahlbewehrung fällt üblicherweise weitaus höher aus als die lediglich für statische Zwecke benötigte Menge. Die Berechnung der mindestens erforderlichen Stahlsorte und der Verteilung sollte von einem Bauingenieur vorgenommen werden, der mit den vor Ort geltenden Normen vertraut ist.

Form und Gestaltung:

Zur Minderung der Belastung im Gefüge ist die Gestaltung einer Weissen-Wanne-Bodenplatte auf einer Ebene und in einer möglichst einfachen rechteckigen Form zu entwerfen. Versatze und Innenecken sind zu vermeiden.

Fugengestaltung:

Die Auswahl und Definition von Arbeits- und Dilatationsfugen muss entsprechend dem Schwindverhalten von Beton und den Betonieretappen erfolgen. Fugen sollten so positioniert werden, dass die Bodenplatte zur Belastungsminderung in gleichmässige Rechtecke aufgeteilt wird. Die Vor-Ort-Bedingungen wie Wasserdruck sowie Untergrund- und Klimaverhältnisse sind zu berücksichtigen. Die Entwurfsanforderungen variieren je nach Verwendungsmethode und -zweck.

Vorbereitende Arbeiten auf der Baustelle:

Zur Reduzierung der Reibung zwischen der Betonbodenplatte und dem Boden sind doppellagige Kunststofffolien als Gleitschicht notwendig.

Nachbehandlung:

Eine angemessene Nachbehandlung von mindestens drei Tagen mithilfe von Abdeckfolien oder Nachbehandlungsmittel ist erforderlich, um Rissbildung infolge von Trockenschwinden zu vermeiden.

Einbringen des Betons:

Struktur, Schalungssystem und Bewehrung müssen ein problemloses und einfaches Betonieren zulassen. Das ordnungsgemässe Einbringen des Betons ist zur Vermeidung von Belastungen und Leckagen sowie von unverdichtetem oder entmischtem Beton unerlässlich. Dies lässt sich erreichen, indem der Beton in jeden Abschnitt (von Fuge zu Fuge) in einem Durchgang und ohne Unterbruch eingefüllt wird. Durch Einfüllen des Betons aus einer Höhe von ≤ 1,0 m und sorgfältige Verdichtung des Frischbetons lässt sich die Kiesnesterbildung vermeiden.

Vorteile der Weissen Wanne

Im Vergleich zum herkömmlichen extern angewendeten Abdichtungssystem bietet die Weisse Wanne folgende Vorteile:

  • „„Gleichzeitige Statik- und Dichtungsfunktion
  • „„Vereinfachte Statik- und Konstruktionsentwurfsprinzipien
  • Einfache und schnelle Anwendung, keine weitere Abdichtungsschicht erforderlich
    (weniger Arbeitsschritte)
  • Dauerhaftes und integriertes Abdichtungssystem
  • Keine Ableitung oder Doppelwände erforderlich
  • Einfacher Aushub und weniger Untergrundvorbereitung
  • Relativ grosse Unabhängigkeit von den Witterungsverhältnissen
  • Leckagen lassen sich einfacher auffinden und beheben