Der Beton für Verkehrsflächen kennt eine Vielzahl von Anwendungen und wird aufgrund seiner Langlebigkeit und weiteren Vorteilen oft als Alternative zu Schwarzbelägen eingebaut.

Anwendungsgebiete von Beton für Verkehrsflächen:

  • Konventioneller Strassenbau
  • Betonkreisel
  • Grosse Hallenböden


Bei der Verwendung des Baustoffes Beton für die genannten Anwendungen dient der Betonbelag gleichzeitig als Trag- und Verschleissschicht. Um die Anforderungen an beide dieser Schichten zu erfüllen, muss der Beton folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Hohe Biegezugfestigkeit
  • Frost- und Tausalzbeständigkeit
  • Gute Griffigkeit
  • Geringe Abrasion

 

Bei Beton für Verkehrsflächen handelt es sich um Spezialbeton

darum sollte folgenden Punkten besondere Beachtung geschenkt werden:

  1. Die Verarbeitung erfolgt bei grossflächigen Anwendungen oft mit Fertigern.
  2. Die Konsistenz muss dem Maschinentyp angepasst werden. Verbesserung der Griffigkeit durch Querrillen oder Besenstrich.
  3. Eine intensive Nachbehandlung ist unerlässlich

Damit Beton und Verkehr richtig fliessen

Von Conradin Hürlimann, Sika Schweiz AG, 11.2011

Verkehrskreisel aus Beton

Die Verkehrskreisel erleben in der Schweiz seit den 1990er Jahren einen wahren Boom. Ob bei Quartierstrassen in Dörfern oder bei Hauptstrassen und Autobahnanschlüssen Überland: in vielen Fällen ziehen Verkehrsplaner die runde Form der klassischen Kreuzung vor.

Im Jahr 2003 wurde in Rümlang im Kanton Zürich der erste Kreisel der Schweiz mit einer Betonfahrbahn erstellt. Seither verbreitet sich diese Bauweise immer mehr. Experten rechnen damit, dass bis Ende 2011 schweizweit etwa 140 solcher Betonkreisel in Betrieb sein werden. Der Erfolg der Betonkreisel liegt in der Tatsache begründet, dass insbesondere bei Kreiseln mit kleineren Radien grosse Beanspruchungen auf den Belag einwirken. Enorme Schubkräfte durch LKW-Räder und hohe Temperaturen können bei Asphaltbelägen in Kreiseln zu grossen Verformungen führen. Betonfahrbahnen bleiben dagegen unter denselben Beanspruchungen formstabil.

Neueste Erkenntnisse beim Bau von Betonkreisel

Beim Bau von Betonkreiseln in der Schweiz fliessen die neusten Erkenntnisse des Betondeckenbaus ein. So wird die Betonplatte auf einer 8 cm starken Asphalttragschicht fundiert. Diese gebundene Fundationsschicht läuft nicht Gefahr, durch Bewegungen der Betonplatten beschädigt zu werden, was die Dauerhaftigkeit der ganzen Konstruktion markant erhöht.

Der Fugeneinteilung wird ebenfalls grosse Beachtung geschenkt. Sowohl in der Ringfahrbahn als auch bei den Übergängen zu den Einlenkern werden Bewegungsfugen ausgespart. So können Zwängungsspannungen aus Temperaturschwankungen minimiert werden.

Die meisten Betonkreisel in der Schweiz ersetzen bestehende Kreuzungen und müssen daher etappenweise erstellt werden. Deshalb erfolgt der Einbau meist im Handeinbau und nur ausnahmsweise (in etwa 10 Prozent der Fälle) mittels Einbaufertiger. Dank der in der Schweiz allgemein guten Betonqualität können die neu erstellten Betonfahrbahnen in der Regel bereits nach wenigen Tagen für den Verkehr freigegeben werden. So ist es durchaus möglich, über ein Wochenende eine Etappe zu erstellen oder sogar einen deformierten Asphaltkreisel durch einen Betonkreisel zu ersetzen.

Betonfahrbahnen - Frost und Tausalz Widerstand durch Betonzusatzmittel

Der neue Kreisel an der Kreuzung General-Guisan-Strasse/Allmendstrasse in Zug wurde durch die Walo Bertschinger AG über ein Wochenende mit Beton der Holcim Cham AG erstellt. Dafür wurden die speziell geeigneten Zusatzmittel Sikament-HE 200 (Fliessmittel) und Fro-V-5A (Luftporenbildner) verwendet. Damit der Beton Frost und Tausalz unbeschadet ausgesetzt werden kann, braucht er sowohl einen tiefen Wassergehalt, als auch genügend Luftporen der richtigen Grösse, was mit der Zugabe der entsprechenden Zusatzmittel erreicht wurde.

Nur dank des Fliessmittels kann trotz tiefem Wasser/Zement-Wert eine verarbeitbare Konsistenz des Betons erreicht werden. Für Betonfahrbahnen ist zudem wichtig, dass auch ein Gefälle ausgebildet werden kann und die Oberfläche möglichst früh entsprechend der Vorgaben fertig gestellt werden kann. Trotzdem wünscht der Verarbeiter natürlich ein genügend grosses Zeitfenster, innerhalb welchem die Steifigkeit des Betons den Oberflächen-Finish möglich macht. Der Nachbehandlung ist sehr viel Gewicht beizumessen, um die Rissbildung zu minimieren. Üblicherweise wird hierfür ein so genanntes Curing (Antisol-E20) vollflächig aufgesprüht, das das Austrocknen der Betonoberfläche verhindert.

Betonrezeptur

  • Anforderungen C30/37 XC4 XD3, XF4
  • 360 kg CEM I 42.5 N
  • Gesteinskörnung 0/32
  • 1.2 % Sikament-HE200
  • 0.4 % Fro-V5-A

Ergab folgende Betoneigenschaften:

  • Verdichtungsmass: 1.11–1.14
  • Luftporengehalt ca. 4.0 %
  • Wasser / Zementwert: 0.43
  • Festigkeiten: nach 28 Tagen
  • Biegezug: 5.8 N/mm2; Druck: 45 N/mm